Teppichwiki
Knüpfarten: persischer und türkischer Knoten
Zwei Grundknoten prägen die Welt der Orientteppiche – und entscheiden mit über Feinheit und Charakter.

So unterschiedlich Orientteppiche aussehen – im Kern werden fast alle mit einem von zwei Knoten geknüpft: dem türkischen (symmetrischen) Knoten und dem persischen (asymmetrischen) Knoten. Welcher zum Einsatz kommt, hängt von der Knüpftradition der Region ab und beeinflusst, wie fein und wie robust ein Teppich ausfällt.
Der türkische Knoten (Ghiordes)
Beim symmetrischen Ghiordes-Knoten wird der Florfaden um zwei Kettfäden gelegt und zwischen ihnen nach vorne herausgezogen. Das Ergebnis sitzt fest und gleichmässig – ideal für klare, geometrische Muster, wie sie für anatolische und kaukasische Teppiche typisch sind. Der türkische Knoten gilt als besonders strapazierfähig.
Der persische Knoten (Senneh)
Beim asymmetrischen Senneh-Knoten umschlingt der Florfaden nur einen Kettfaden, den zweiten umläuft er offen. Dadurch lassen sich die Knoten dichter setzen, was sehr feine, fliessende und florale Muster erlaubt. Viele der feinsten persischen Manufakturteppiche – etwa aus Täbriz oder Isfahan – sind asymmetrisch geknüpft.
Die beiden Knoten im Vergleich
Türkischer Knoten (symmetrisch)
Um zwei Kettfäden gelegt, sitzt sehr fest. Stärken: robust und langlebig, ideal für geometrische Muster. Heimat: Anatolien und Kaukasus.
Persischer Knoten (asymmetrisch)
Um einen Kettfaden geschlungen, erlaubt höhere Dichte. Stärken: feine Auflösung, fliessende florale Designs. Heimat: Persien, Indien, Teile Zentralasiens.
Welcher Knoten „besser“ ist, lässt sich nicht pauschal sagen – beide bringen herausragende Teppiche hervor. Entscheidend bleibt das Zusammenspiel aus Knüpfart, Knüpfdichte, Material und handwerklicher Sorgfalt.
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