Teppichwiki
Glossar
Begriffe rund um Orientteppiche – verständlich erklärt.
A
- Abrasch
- Natürliche Farbabweichung im Teppich, die durch handgesponnene, unterschiedlich gefärbte Wolle entsteht. Gilt als Zeichen echter Handarbeit.
- Antikteppich
- Ein Teppich mit rund 80–100 Jahren oder mehr. Antike Stücke sind oft besonders gesucht und können im Wert steigen.
- Antirutsch-Unterlage
- Eine Unterlage unter dem Teppich, die ihn an Ort hält, den Flor schont und Trittschall dämpft.
B
- Baumwolle
- Häufiges Material für das Grundgewebe (Kette und Schuss). Sorgt für einen stabilen, formbeständigen Teppich.
- Bordüre
- Der rahmende Rand eines Teppichs, oft aus mehreren Streifen. Sie umschliesst das Innenfeld und trägt häufig fortlaufende Muster.
- Boteh
- Das tropfen- oder mandelförmige Paisley-Motiv – eines der bekanntesten Muster orientalischer Teppiche.
D
- Dorfteppich
- In Dörfern auf festen Webstühlen geknüpfter Teppich – feiner als ein Nomadenteppich, aber individueller als Manufakturware.
F
- Flor
- Die geknüpfte Oberfläche des Teppichs – die Gesamtheit der Knoten, die das sichtbare Muster bilden.
- Florhöhe
- Die Länge der geschorenen Knotenfäden. Sie beeinflusst Haptik, Strapazierfähigkeit und Musterschärfe.
- Florrichtung
- Die Richtung, in die der Flor geneigt ist. Mit der Florrichtung wirkt der Teppich glatter und dunkler, gegen sie heller. Beim Staubsaugen immer in Florrichtung arbeiten.
- Fransen
- Die überstehenden Enden der Kettfäden an den Schmalseiten – ein Bestandteil der Grundkonstruktion, kein Zierrat.
G
- Gabbeh
- Grob und dickflorig geknüpfter Nomadenteppich aus dem Iran mit reduzierten, oft geometrischen Motiven und kräftigen Farben.
- Gebetsteppich
- Ein Teppich mit gerichteter Gebetsnische (Mihrab) im Muster, traditionell beim Gebet nach Mekka ausgerichtet.
- Grundgewebe
- Das tragende Gerüst aus Kette und Schuss, in das die Knoten eingearbeitet werden.
- Gül
- Ein medaillonartiges, oft achteckiges Stammesmotiv – charakteristisch für turkmenische und afghanische Teppiche.
H
- Herati
- Ein klassisches Allover-Muster aus Raute, Rosetten und geschwungenen Blättern («Fischmuster»).
I
- Innenfeld
- Die zentrale Fläche («Spiegel») innerhalb der Bordüre, in der das Hauptmuster liegt.
K
- Kelim
- Ein gewebter (nicht geknüpfter) Teppich ohne Flor. Schuss- und Kettfäden bilden flach das Muster.
- Kette
- Die längs gespannten Grundfäden des Teppichs, um die geknüpft wird. Sie bilden das Gerüst zusammen mit dem Schuss.
- Knüpfdichte
- Die Anzahl Knoten pro Flächeneinheit (z. B. pro m²). Eine höhere Dichte erlaubt feinere Muster. Mehr erfahren →
L
- Läufer
- Ein langer, schmaler Teppich für Flure und Gänge.
M
- Manufakturteppich
- In einer Werkstatt nach Vorlage geknüpfter, meist sehr feiner und gleichmässiger Teppich.
- Medaillon
- Ein zentrales, meist symmetrisches Ornament in der Mitte des Innenfeldes – typisch für viele persische Stadtteppiche.
- Mottenschutz
- Vorbeugende Behandlung gegen Mottenbefall – besonders wichtig vor der Einlagerung von Wollteppichen.
- Mäander
- Ein fortlaufendes, rechtwinklig gewinkeltes Bandmuster, häufig in Bordüren.
N
- Naturfarbstoffe
- Pflanzliche und tierische Farben wie Indigo (Blau), Krapp (Rot) oder Walnuss (Braun). Sie altern besonders schön und gelten als Qualitätsmerkmal.
- Nomadenteppich
- Von Nomaden auf einfachen Webstühlen geknüpfter Teppich, oft geometrisch gemustert und aus handgesponnener Wolle.
P
- Patina
- Die mit den Jahren entstehende, weiche Vertiefung der Farben. Eine schöne Patina steigert bei alten Teppichen Reiz und Wert.
- Persischer Knoten
- Der asymmetrische Senneh-Knoten. Er erlaubt sehr feine, detailreiche Muster und ist typisch für persische Stadtteppiche. Mehr erfahren →
- Provenienz
- Die dokumentierte Herkunft und Geschichte eines Teppichs – bei Sammlerstücken wertbildend.
S
- Sammlerteppich
- Ein seltener, kunsthistorisch bedeutender Teppich, der vor allem als Sammlerobjekt gehandelt wird.
- Schurwolle
- Wolle aus der Schur des lebenden Schafs (Korkwolle) – besonders elastisch und strapazierfähig.
- Schuss
- Die quer eingezogenen Fäden, die nach jeder Knotenreihe die Konstruktion festigen.
- Seide
- Edelste Knüpfmaterial: fein, glänzend und sehr reissfest. Erlaubt besonders hohe Knüpfdichten und brillante Farben.
- Soumak
- Eine gewebte Flachgewebetechnik mit umwickelten Schussfäden – flach, aber sehr robust.
- Synthetische Farbstoffe
- Industriell hergestellte Farben (ab dem späten 19. Jahrhundert). Farbecht und günstig, altern aber weniger reizvoll als Naturfarben.
T
- Türkischer Knoten
- Der symmetrische Ghiordes-Knoten, um zwei Kettfäden gelegt. Sehr robust, typisch für anatolische und kaukasische Teppiche. Mehr erfahren →
V
- Versicherungswert
- Der von einem Fachmann geschätzte Wiederbeschaffungswert – Grundlage für die Versicherung des Teppichs.
W
- Wolle
- Das häufigste Florgarn. Hochlandwolle ist besonders strapazierfähig und nimmt Naturfarben gut an.
