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Glossar

Begriffe rund um Orientteppiche – verständlich erklärt.

A

Abrasch
Natürliche Farbabweichung im Teppich, die durch handgesponnene, unterschiedlich gefärbte Wolle entsteht. Gilt als Zeichen echter Handarbeit.
Antikteppich
Ein Teppich mit rund 80–100 Jahren oder mehr. Antike Stücke sind oft besonders gesucht und können im Wert steigen.
Antirutsch-Unterlage
Eine Unterlage unter dem Teppich, die ihn an Ort hält, den Flor schont und Trittschall dämpft.

B

Baumwolle
Häufiges Material für das Grundgewebe (Kette und Schuss). Sorgt für einen stabilen, formbeständigen Teppich.
Bordüre
Der rahmende Rand eines Teppichs, oft aus mehreren Streifen. Sie umschliesst das Innenfeld und trägt häufig fortlaufende Muster.
Boteh
Das tropfen- oder mandelförmige Paisley-Motiv – eines der bekanntesten Muster orientalischer Teppiche.

D

Dorfteppich
In Dörfern auf festen Webstühlen geknüpfter Teppich – feiner als ein Nomadenteppich, aber individueller als Manufakturware.

F

Flor
Die geknüpfte Oberfläche des Teppichs – die Gesamtheit der Knoten, die das sichtbare Muster bilden.
Florhöhe
Die Länge der geschorenen Knotenfäden. Sie beeinflusst Haptik, Strapazierfähigkeit und Musterschärfe.
Florrichtung
Die Richtung, in die der Flor geneigt ist. Mit der Florrichtung wirkt der Teppich glatter und dunkler, gegen sie heller. Beim Staubsaugen immer in Florrichtung arbeiten.
Fransen
Die überstehenden Enden der Kettfäden an den Schmalseiten – ein Bestandteil der Grundkonstruktion, kein Zierrat.

G

Gabbeh
Grob und dickflorig geknüpfter Nomadenteppich aus dem Iran mit reduzierten, oft geometrischen Motiven und kräftigen Farben.
Gebetsteppich
Ein Teppich mit gerichteter Gebetsnische (Mihrab) im Muster, traditionell beim Gebet nach Mekka ausgerichtet.
Grundgewebe
Das tragende Gerüst aus Kette und Schuss, in das die Knoten eingearbeitet werden.
Gül
Ein medaillonartiges, oft achteckiges Stammesmotiv – charakteristisch für turkmenische und afghanische Teppiche.

H

Herati
Ein klassisches Allover-Muster aus Raute, Rosetten und geschwungenen Blättern («Fischmuster»).

I

Innenfeld
Die zentrale Fläche («Spiegel») innerhalb der Bordüre, in der das Hauptmuster liegt.

K

Kelim
Ein gewebter (nicht geknüpfter) Teppich ohne Flor. Schuss- und Kettfäden bilden flach das Muster.
Kette
Die längs gespannten Grundfäden des Teppichs, um die geknüpft wird. Sie bilden das Gerüst zusammen mit dem Schuss.
Knüpfdichte
Die Anzahl Knoten pro Flächeneinheit (z. B. pro m²). Eine höhere Dichte erlaubt feinere Muster. Mehr erfahren

L

Läufer
Ein langer, schmaler Teppich für Flure und Gänge.

M

Manufakturteppich
In einer Werkstatt nach Vorlage geknüpfter, meist sehr feiner und gleichmässiger Teppich.
Medaillon
Ein zentrales, meist symmetrisches Ornament in der Mitte des Innenfeldes – typisch für viele persische Stadtteppiche.
Mottenschutz
Vorbeugende Behandlung gegen Mottenbefall – besonders wichtig vor der Einlagerung von Wollteppichen.
Mäander
Ein fortlaufendes, rechtwinklig gewinkeltes Bandmuster, häufig in Bordüren.

N

Naturfarbstoffe
Pflanzliche und tierische Farben wie Indigo (Blau), Krapp (Rot) oder Walnuss (Braun). Sie altern besonders schön und gelten als Qualitätsmerkmal.
Nomadenteppich
Von Nomaden auf einfachen Webstühlen geknüpfter Teppich, oft geometrisch gemustert und aus handgesponnener Wolle.

P

Patina
Die mit den Jahren entstehende, weiche Vertiefung der Farben. Eine schöne Patina steigert bei alten Teppichen Reiz und Wert.
Persischer Knoten
Der asymmetrische Senneh-Knoten. Er erlaubt sehr feine, detailreiche Muster und ist typisch für persische Stadtteppiche. Mehr erfahren
Provenienz
Die dokumentierte Herkunft und Geschichte eines Teppichs – bei Sammlerstücken wertbildend.

S

Sammlerteppich
Ein seltener, kunsthistorisch bedeutender Teppich, der vor allem als Sammlerobjekt gehandelt wird.
Schurwolle
Wolle aus der Schur des lebenden Schafs (Korkwolle) – besonders elastisch und strapazierfähig.
Schuss
Die quer eingezogenen Fäden, die nach jeder Knotenreihe die Konstruktion festigen.
Seide
Edelste Knüpfmaterial: fein, glänzend und sehr reissfest. Erlaubt besonders hohe Knüpfdichten und brillante Farben.
Soumak
Eine gewebte Flachgewebetechnik mit umwickelten Schussfäden – flach, aber sehr robust.
Synthetische Farbstoffe
Industriell hergestellte Farben (ab dem späten 19. Jahrhundert). Farbecht und günstig, altern aber weniger reizvoll als Naturfarben.

T

Türkischer Knoten
Der symmetrische Ghiordes-Knoten, um zwei Kettfäden gelegt. Sehr robust, typisch für anatolische und kaukasische Teppiche. Mehr erfahren

V

Versicherungswert
Der von einem Fachmann geschätzte Wiederbeschaffungswert – Grundlage für die Versicherung des Teppichs.

W

Wolle
Das häufigste Florgarn. Hochlandwolle ist besonders strapazierfähig und nimmt Naturfarben gut an.